Das Geschenk hinter dem Loslassen und Verlieren - Teil 1


Herbst-Blues, Winter-Depression - und bitte bloß keine Veränderungen!

Noch können wir uns an ein paar bunten Blätter an den Bäumen - oder vermehrt bereits am Boden 😅 - freuen. Aber die Natur wirft erkennbar mehr und mehr allen Ballast ab, der für die Winter-Regeneration hinderlich ist. In der TCM ist das der Übergang vom Metall-Element, das für Rückzug steht, zum Wasser-Element, das die kraftvolle Ruhe repräsentiert.

 

Vielleicht empfindest Du in dieser Zeit auch jedes Jahr ein wenig Traurigkeit aufgrund dieser Stimmung - was auch völlig ok ist, zumal die Traurigkeit die Emotion des Metall-Elements ist. Und vielleicht geht es Dir auch allgemein beim Loslassen und bei Veränderungsprozessen häufig so. Auch das ist vollkommen ok. Aber wir vergessen an dieser Stelle gerne ein paar wertvolle Kleinigkeiten, die Deine Sichtweise verändern können, wenn Du bisher ein Herbst-Blues-Typ warst, eine Abneigung gegen den Winter hattest, Veränderungen mit Bravour aus dem Weg gegangen bist oder in tiefer Traurigkeit festgehangen bist sobald Abschied und Loslassen anstanden.

 

Wenn Altes geht darf Neues kommen?

Jedes Mal wenn etwas geht, kann etwas Neues kommen. "Super Neuigkeit, das war mir bisher auch schon klar.", denkst Du jetzt wahrscheinlich. Aber genau das ist eben NICHT die Botschaft, die ich Dir mitgeben möchte. Denn wir überspringen damit einen wichtigen Schritt.

 

Im ersten Moment ist jedes Gehenlassen, jede Veränderung schwer, weil wir die Leere, die Lücke dahinter sehen, die uns Angst macht. Weil wir nicht wissen wie sie sich anfühlt oder was kommt. Vor allem wenn bis zum neuen Abschnitt oder zur tatsächlichen Veränderung noch etwas Zeit ist, oder dieser Punkt sogar noch offen ist. Weil wir nicht wissen, was wir mit dieser Lücke anstellen sollen. Deshalb wollen wir sie so schnell wie möglich wieder mit etwas Neuem füllen, damit wir uns nicht mit der ungewohnten Leere auseinandersetzen müssen, vielleicht sogar damit wir uns nicht mit uns selbst auseinandersetzen müssen, und stattdessen schnellstmöglich wieder beschäftigt sind.

 

Aber genau das ist für mich der Knackpunkt. Es ist wie eine Betäubung, eine reine Ablenkung vom Wesentlichen, ein Davonlaufen vor uns selbst. 

 

Loslassen schafft Raum. Aber wofür?

Denn oft ist es erstmal gar nicht wichtig, was nachkommt. Wir übersehen vor lauter Angst die Schönheit und das Potential hinter dieser Leere, nämlich dass sie uns Raum gibt. Raum für endlose Möglichkeiten:

 

Raum für RUHE. Raum für STILLE. Raum für ORDNUNG. Raum für KREATIVITÄT. Raum für FOKUSSIERUNG. Raum für ZENTRIERUNG. Raum für REGENERATION. Raum für ENTWICKLUNG. Raum für das WESENTLICHE.

 

Raum zu SEIN.

 

Aus Leere mach Raum. Spiel-Raum.

Es gibt noch so viel mehr als die von mir genannten Möglichkeiten. Die Liste lässt sich endlos erweitern. Raum wofür? Lass an Dieser Stelle einfach einmal Deinen Gedanken, Deiner Phantasie freien Lauf, ganz spielerisch, mit Leichtigkeit, ohne etwas bestimmtes zu erwarten. Tauche ein in diese unendlichen Möglichkeiten, die Dir geschenkt werden. 

 

Und wenn Du Dich darauf einlässt, kommt auch der Blick für das Wesentliche. Und bestimmt erkennst Du dann die Schönheit des kahlen Baumes oder die Magie des nebligen Herbsttages. Die Möglichkeiten hinter einem entstandenen Leerraum - räumlich oder zeitlich.

 

Kleines Yin und großes Yin.

Du weißt vielleicht, dass ich ein Fan der TCM-Philosophie bin, in der das Wechselspiel von Yin und Yang ein ganz großes Herzstück darstellen. Aber das Prinzip von Yin und Yang bedeutet nicht nur gehen- und wieder kommenlassen und dabei Eines durch das Nächste zu ersetzen. Es bedeutet auch, den Moment dazwischen, die tiefe Yin-Phase, bewusst zu erleben und für sich zu nutzen. In diesen Momenten passieren die wichtigsten, intensivsten und nachhaltigsten Dinge mit uns. Mit unserem Körper, unserem (Unter-) Bewusstsein, unserem Nervensystem. Wir holen uns die Kraft und die Energie, um die nächsten Schritte meistern zu können. Denn gehen müssen wir sie sowieso, wir können uns nicht davor verstecken. Die Frage ist nur wie und was wir draus machen. Und das liegt alleine an uns.

 

Es ist ein natürlicher Mechanismus, den wir wieder lernen und zulassen dürfen. Die Pflanzen treiben schließlich auch nicht sofort wieder neu aus 😉. Sie nutzen nach dem Herbst - dem "kleinen Yin" - den Winter - das "große Yin" - um Kraft zu sammeln und im Frühjahr wieder in neuer Blüte zu erstrahlen. Und das gleiche solltest Du Dir auch zunutze machen. Natürlich zeitlich an Deine Situation angepasst 🙂. 

 

Brauch ich nicht. Kann ich nicht. Keine Zeit.

Möglicherweise ist das exakt der Punkt, an dem Du Dich schwertust, vielleicht sogar genau solche Sätze sagst wie "Schon möglich und interessant, aber ICH brauch das nicht. Ich kann das auch gar nicht, das tut mir nicht gut. Und überhaupt hab ich keine Zeit für sowas".

Es überrascht Dich höchstwahrscheinlich nicht wenn ich Dir an dieser Stelle sage, dass Du es genau dann eben umso dringender bräuchtest.

 

Dann darfst Du Dich auf Teil 2 dieses Artikels freuen, in dem ich weiter über meine Empfindungen, Gedanken und Erfahrungen dazu schreibe und Dir ein paar Dinge nenne, die mir im Alltag eine große Stütze sind und es vielleicht auch für Dich sein können:

 

➡️ Mut zur Lücke. Pause. Zeitlich und räumlich.

➡️ Leichtigkeit und Freude statt Rastlosigkeit und Ego.

➡️ Und was mach ich im Alltag draus?

 

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Für's erste wünsche ich mir, dass Du ein wenig Inspiration finden konntest und freue mich wie immer über Dein Feedback.

 

Von Herzen alles Liebe

Sonja

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