Das Geschenk hinter dem Loslassen und Verlieren - Teil 2


Dieser Artikel ist die Fortsetzung zu Teil 1 vom 15.11.2019. Um ihn inhaltlich voll nachvollziehen und einen Nutzen daraus ziehen zu können, macht es Sinn, Teil 1 zuerst zu lesen. 🙂 


Mut zur Lücke. Pause. Zeitlich und räumlich.

Dass und warum für mich auf Gehenlassen nicht immer sofort Kommenlassen folgen muss, darüber habe ich im ersten Teil dieses Artikels geschrieben. Wie wichtig der entstandene Raum für mich ist, auch. Aber vielleicht fragst Du Dich nun noch, was Du damit anfangen sollst, kannst Dich allgemein mit diesem Denkansatz nicht anfreunden oder weißt nicht wie Du ihn umsetzen sollst, was ich sehr gut nachvollziehen kann, denn auch ich war mal in dieser Situation und bin auch heute noch nicht immer sofort "am richtigen Dampfer."

 

Warst Du bisher der Meinung, Du kannst räumliche und vor allem auch zeitliche Lücken nicht einfach wahrnehmen und vorbeiziehen lassen? Kann es Dir bei körperlichen oder mentalen Aktivitäten nicht schnell genug weitergehen oder anstrengend und schwierig genug werden? Bist Du in Entspannungseinheiten von Kursen geneigt, schon vorher zu gehen und sie einfach generell wegzulassen?

Dann darfst Du Dir die Fragen stellen: WILLST Du es überhaupt? Meistens ist die ehrliche Antwort ein klares NEIN. Es gibt viele Möglichkeiten, warum wir es oft unterbewusst NICHT wollen. Aber fast alle haben eins gemeinsam: sie entspringen unserem Verstand. Vielleicht helfen Dir die folgenden Abschnitte dabei, das Ganze etwas spielerischer anzugehen.

 

Leichtigkeit und Freude statt Rastlosigkeit und Ego.

Rastlosigkeit bezieht sich für mich nicht nur auf Job, Sport, Freizeit, das Beziehungsleben oder Weiterbildung. Es beginnt schon mit der banalen Frage ob wir einen verlorenen Gegenstand oder eine Anschaffung wirklich brauchen, oder er nur aus Gewohnheit wieder ersetzt wird. Oder weil jemand Anderes es hat und wir uns minderwertig fühlen oder wir ohne vielleicht einfach nur aus dem Rahmen fallen - aber das ist ein weiterführendes Thema.

 

Pick Dir einfach mal einen Bereich davon raus und stell Dir ehrlich die folgenden Fragen:

❓Gehst Du ganz selbstverständlich von einer Aktion in die nächste über? Oder folgt so oft wie möglich dazwischen eine kurze Pause? Ohne alles - wirklich alles? Lässt Du Dein Unterbewusstsein mit dem Futter, das Du ihm gibst, arbeiten? Gibst Du Dir zwischen Abschnitten oder Veränderungen Zeit, die Impulse nachwirken zu lassen, Dich zu entwickeln? Oder ist das möglicherweise zweitrangig für Dich? Tust Du die Dinge am Ende vielleicht nur, um Dich zu bestätigen, um Dir etwas zu beweisen? Oder jemand Anderem?

 

❓Wie gehst Du mit Abschied von Personen - zeitlich begrenzt oder vollständig - um? Was löst eine Trennung in Dir aus? Ein Jobverlust? Das Ende eines Abschnitts? Empfindest Du Trauer, Angst und das Gefühl von Unvollständigkeit? Abgewiesen worden sein? Auch diese Empfindungen wollen und müssen wahrgenommen werden. Aber kannst Du auch mit Freude die Möglichkeit sehen, Dir selbst mehr Raum zu geben, Dich zu entfalten, um dann strahlend umso mehr bereit für eine neue Verbindung zu sein?

 

❗️Hab Mut. Mut zur Lücke. Mut für Dich.

 

Und was mach ich im Alltag draus?

Es gibt Tools und Techniken, die Dich dabei unterstützen. Natürlich ist Meditation perfekt dafür, und Körperarbeit wie Qigong und Yoga sind besonders effektive und nachhaltige Möglichkeiten, da sie genau auf den Prinzipien von Yin und Yang, kommen- und gehenlassen, loslassen und annehmen basieren. Sie bewirken sogar nachweislich Veränderungen in der Gehirnstruktur und dadurch eine Übertragung auf Denk- und Verhaltensmuster im Alltag. Diese Dinge kannst Du übrigens mit mir trainieren 😉.

 

Zudem kannst Du ganz banal mit kleinen Dingen im Tagesablauf beginnen, den Fokus auf die Pause zu finden und zu üben. Fange an mit dem kaputten Gerät - sofern es nichts lebenswichtiges ist versteht sich 😅 -, einem verlorenen Gegenstand,  dem verschlissenen Kleidungsstück oder der zerbrochenen Vase. Natürlich wirst Du etwas Neues besorgen, aber warte bewusst ab und nimm die entstandene Lücke wahr. Du wirst merken, dass Du mit etwas Abstand sehr gut ohne auskommst, vielleicht sogar besser, oder Du bekommst tolle Ideen und findest sogar eine passendere Alternative.

 

Dir wird bewusst werden, dass wir sehr oft viel zu schnell Vergangenes durch Neues ersetzen wollen. Wir identifizieren uns so stark mit unseren Emotionen, genauso wie mit Gegenständen, Gewohnheiten, unserem Job oder sogar Personen, dass wir denken unsere Identität bricht mit dem Verlust zusammen. Das ist aber natürlich nicht so.

 

Alles hat ein Ende. Auch die Pause.

Du sollst natürlich nicht in eine tatenlose, angenehme Komfortzone rutschen oder sogar in ein Nichts-Tun versinken und Dich freuen wie bequem alles ist. Denn das ist das andere Extrem zur Rastlosigkeit. Unter anderem im Buddhismus spricht man dann vom Anhaften. Und das bringt mich zu den Punkten, die Du im nächsten Teil lesen kannst:

 

➡️ Das Praktische an Angst und Problemen

➡️ Das Neue kommen lassen. Mit der Angst als Freund.

 

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Ich freue mich auf Deine Kommentare und Feedbacks!

 

Von Herzen alles Liebe

Sonja

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